Archiv für Oktober 2009

Alle Jahre wieder: angespannter Wohnungsmarkt in Marburg für Studienanfänger_innen

Aufgrund der bevorstehenden Zuspitzung der katastrophalen Lage auf dem Marburger Wohnungsmarkt zu Beginn des Wintersemesters werden im selbstverwalteten Studierendenwohnheim Bettenhaus Notbetten eingerichtet.

Seit langem ist bekannt, dass die Situation auf dem Marburger Wohnungsmarkt angespannt ist. So gehört auch die Meldung, dass das Studentenwerk 400 Plätze zu wenig hat, zum traurigen Ritual des beginnenden Wintersemesters. Wie auch in den vergangenen Jahren, stellt das selbstverwaltete Wohnprojekt Bettenhaus, in der Emil-Mannkopff-Strasse auch dieses Jahr wieder Notbetten zur Verfügung.

Aus Wohnzimmern werden Gästezimmer

Erstsemester und andere Neuankömmlinge die zu Beginn des neuen Semesters noch kein Zimmer gefunden haben können in zu Gästezimmer umfunktionierten Wohnzimmern unterkommen. “Wir bieten kostenlose Übergangsmöglichkeiten für Leute die faktisch auf der Straße stehen und sich keine Jugendherbergs- oder Hotelzimmer leisten können”, kommentiert Miriam Wohlfahrt, Sprecherin des Bettenhauses, die Intitiative.

Chronisches Problem: unsozialer Wohnungsmarkt

Das Problem des Wohnungsmarktes ist in Marburg seit Jahren bekannt, nur wird nicht darauf reagiert. Stattdessen wurde in der Vergangenheit mit dem Collegium Gengium (CG) ein selbstverwaltetes Studierendenwohnheim von der Universität und der Stadt unter fadenscheinigen Gründen geschlossen, ohne eine Alternative zu schaffen. “Zudem stehen seit Jahren bewohnbare Gebäude, wie die ehemalige Frauenklinik, mitten im Stadtzentrum leer. Zumindest in der Übergangszeit bis zum Baubeginn des neuen Campus hätten hier Übergangslösungen geschaffen werden können”, so Miriam Wohlfahrt. Darüber hinaus wird auch in Marburg weiter Wohnraum vernichtet. So müssen beispielsweise in der Rosenstraße Wohnungen einem Tagungscenter der Deutschen Vermögensberatung weichen.

Kein reines Studierenden-Problem

Neu geschaffener Wohnraum, wie die Studierenden-Appartements zwischen Mensa und Phil-Fak, sind meist nicht nur unverschämt teuer, sondern auch dezidiert nur auf Studierende zugschnitten. Was zur Folge hat, dass Menschen, die nicht studieren oder auch mit Kindern zentrumsnah wohnen wollen schlichtweg keine bezahlbaren Wohnungen finden.