Archiv für Oktober 2012

IN MEMORY OF MOUSSA

It is with great sadness that we say goodbye to our friend Moussa Thiam who passed away in August 2012.

We first met Moussa when he arrived at the Bettenhaus looking to participate in our Open Stage evening and really got to see one of his many talents and passions as he was freestyle singing and rapping about people, his first impressions of the Bettenhaus and his experiences as a foreigner in Germany. From that first moment, it goes without saying that everyone was drawn to Moussa not only because of his intractable smile, always brimming from ear to ear, but also his friendliness. After spending only a couple of minutes with him, one could never forget his openness, kindness and generosity, something which we saw once again during the Sommerfest, when Moussa spent hours helping to set everything up, to prepare the VöKu and then performing in French, Wollof and German.
Moussa’s presence will be missed and he will not be forgotten.
Moussa

Tradition in Marburg – Wohnungssuche als Herausforderung für die Studierenden zu Beginn des Wintersemesters

Der optimale Studienstart?
Seit Beginn dieser Woche regt sich wieder einiges in Marburg. Das Wintersemester steht vor der Tür. Gruppen von Studierenden ziehen durch die Stadt und erkunden ihren neuen Wohnort. Gemeinsame Aktivitäten sollen den neuen Studierenden helfen miteinander in Kontakt zu treten und Marburg besser kennen zu lernen. Die sogenannte Orientierungseinheit (OE), die von Studierenden höheren Semesters geleitet und begleitet sowie von den Fachschaften organisiert wird, ist Tradition und soll den Studienanfänger_innen helfen, sich in das beginnende Studium und die neue Stadt einzufinden.
Weniger leicht wird es den Neuankömmlingen gemacht, wenn es darum geht ein bezahlbares Zimmer oder eine Wohnung zu finden, wie auch auf der Homepage der Universität und des Studentenwerks deutlich wird. Die schon seit Jahren bestehende Wohnungsnot in Marburg zeigt sich vor allem zu Semesterbeginn. Zwar bieten Uni und Studentenwerk Hilfestellung bei der Wohnungssuche an, doch die schnell vergriffenen Zimmer in Studierendenwohnheimen, die Notunterkünfte auf Feldbetten oder Matratzen für 5€ die Nacht ändern kaum etwas an der Situation. Besonders schwerwiegend stellt diese sich für Studierende ohne deutschen Pass, mit finanziell schwieriger Lage und/oder Eltern mit Kind(ern) dar.
Die Stadt und die Universität wissen um dieses Problem, ihnen seien allerdings die Hände gebunden: Für neuen erschwinglicheren Wohnraum fehle das Geld. Die von Privatpersonen angebotenen Wohnungen oder Zimmer sind für viele nicht bezahlbar und so wird das Ankommen in der neuen Stadt häufig alles andere als ein optimaler Studienstart für diejenigen, die nicht auf die kostengünstigen Zimmerangebote der konservativen und männerbündischen und zum Teil neonazistischen Studentenverbindungen hereinfallen, sondern schnell zum stressigen Marathon von einem WG-Vorstellungsgespräch zum nächsten. (zu Studentenverbindungen mehr Infos unter http://fuchsjagd.blogsport.de)

Das Bettenhaus – es geht auch anders
Nachdem das selbstverwaltete Studierendenwohnheim Collegium Gentium vor nunmehr fünf Jahren geräumt wurde, ist das Bettenhaus das letzte größere Wohnprojekt, welches die Gentrifizierung in Marburg bisher überstanden hat. Mit seiner zentralen Lage in der Nordstadt bietet das Bettenhaus für etwa 60 Menschen Wohn- und Lebensraum. Gemeinsam wird das Gebäude mit einem basisdemokratischen Verständnis verwaltet und gestaltet.
Das Wohnprojekt Bettenhaus blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bereits 1984 mit der Verlegung der ehemaligen Liegestation in die Lahnberge begann. Studierende sahen in dem leerstehenden Liegenschaftsgebäude des Landes Hessen die Möglichkeit für ein alternatives Wohnheim. Das Land willigte in Form eines Überlassungsvertrags ein und überließ die Verantwortung über Fach und Dach der Universität Marburg, während alle internen Entscheidungen und Verwaltungsprozesse in den Händen der Bewohner_innen liegt. Seitdem versuchen die Bewohner_innen den Status ihres Hauses zu sichern. Um diesem Vorsatz einen Schritt näher zu kommen, beschlossen die Bewohnenden vor einigen Jahren dem Mietshäuser-Syndikat beizutreten, um somit das Gebäude vollständig übernehmen zu können. Die dringend notwendigen Sanierungen im und am Haus, für die die Universität schon lange nicht mehr aufkommen will, könnten so endlich umgesetzt werden. Obwohl die Verhandlungen zur Hausübernahme schon seit mehreren Jahren laufen, bleiben die Bewohner_innen beharrlich. Mit starkem Durchsetzungsvermögen wird die Forderung „Die Häusern denen, die darin wohnen“ stetig versucht umzusetzen.
Das Wohnprojekt Bettenhaus soll auch in Zukunft nicht nur für bezahlbaren Wohnraum stehen, sondern auch Raum für den Austausch von Menschen unterschiedlicher Herkunft und sozialem Status sein. Es soll weiterhin ein Ort für politische und kulturelle Aktivitäten sein. Dabei wird im Kampf gegen Diskriminierung eine gemeinschaftliche Form des Zusammenlebens entgegengesetzt. Rebekka Eisner, Vorstandsmitglied des Vereins zur Förderung studentischen Wohnens in Marburg, erläutert: „Wir sehen immer wieder, wie tatsächlich bestehender Raum in Marburg für Gewerbezwecke genutzt oder in Eigentumswohnungen umgebaut wird. Dieses Vorgehen wird den Bedürfnissen der Bewohner_innen Marburgs in keiner Weise gerecht und verschärft die katastrophale Wohnsituation in Marburg enorm. Deswegen ist es umso wichtiger sich für sozial gerechten Wohnraum einzusetzen und sich für alternative Wohnprojekte, wie das Bettenhaus, einzusetzen.“

Notbetten im Bettenhaus
Neben den längerfristigen Bemühungen der Bewohner_innen des Bettenhauses, ist es ihnen auch wichtig, akut zu helfen. Schon seit einigen Wochen melden sich Studienanfänger_innen, die dringend nach einer Übernachtungsmöglichkeit suchen, da sie noch keine Wohnung finden konnten. Das Bettenhaus bietet schon seit Jahren, vor allem zu Semesterbeginn, kostenfrei Wohnzimmer in den einzelnen Wohngemeinschaften als sogenannte „Notbetten“ an. Um dafür Kontakt mit den Bewohner_innen aufzunehmen, gibt es eine eigens eingerichtete Emailadresse: notbetten@projekt-bettenhaus.de