Wer wir sind:
Das Bettenhaus ist ein selbstverwaltetes Wohnheim für Studierende. Es ist 1985 aus der Umnutzung eines leer stehenden Klinikgebäudes (daher der Name „Bettenhaus“) im Marburger Nordviertel entstanden. Hochschulpolitisch engagierte Studierende (GBAL u.a.) starteten 1984 die Initiative das frisch leer stehende Kliniksgebäude für ein Studierendenwohnheim nutzbar zu machen, als sie sich nicht länger mit der allgemeinen Wohnungsnot abfinden wollten. Damals bestand zudem der starke Wunsch nach einer alternativen Wohnform, die sich durch Selbstbestimmung und Kollektivität auszeichnen sollte. Entgegengesetzt zu den Planungen des Studentenwerks, die aus dem Bettenhaus ursprünglich eine weitere Wohnheimbatterie für Studierende machen wollte. Aus der Initiative wurde ein gemeinütziger Verein gegründet, der es ermöglichte das Haus in Selbstverwaltung zu übernehmen.
Seitdem vereint das Bettenhaus elf autonom organisierte Wohngemeinschaften mit insgesamt 56 BewohnerInnen unter seinem Dach und eine externe Kindergartengruppe des Eltern-Kind-Vereins-Marburg.
Das Selbstverständnis, das wir für das Wohnprojekt erarbeitet haben, gilt als bindend für alle, die hier einziehen.

Die Verwaltung der hessischen Landesliegenschaft obliegt mittlerweile der Universität Marburg. Die Uni Marburg hat im Zuge der neuen Campusplanung, als auch bei der Schließung des internationalen Studi-Wohnheims “Collegium Gentium”uns zu verstehen gegeben, studentisches Wohnen sei zukünftig keine Aufgabe der Universität. Der Status des Bettenhauses ist also alles andere als gesichert!

Für uns steht fest, dass wir unser Wohnprojekt nicht aufgeben werden! Daher haben wir beschlossen, das Haus zu kaufen, um dadurch eine langfristige Sicherheit für sozialen und alternativen Wohnraum im Bettenhaus zu gewährleisten!

Dies soll im Verbund mit dem Mietshäuser Syndikat (http://www.syndikat.org) realisiert werden. Wir brauchen weitere Unterstützung in Form von Spenden und Darlehen. Bei Interesse mail an den Verein zur Förderung studentischen Wohnens in Marburg e.V. : vfsw@hotmail.com.


Was das Bettenhaus besonders macht:

Was das Bettenhaus im Vergleich zu anderen Wohnheimen in Marburg zu etwas Besonderem macht ist die Verbindung von Selbstverwaltung und einer Wohnform, die es ermöglicht, in einer relativ geschlossenen Wohngemeinschaft zu leben und gleichzeitig in Kontakt mit allen anderen MitbewohnerInnen des Hauses stehen zu können, da zu allen Wohngemeinschaften freier Zugang besteht. Das Bettenhaus hebt sich von anderen Wohnheimen auch noch in der Hinsicht ab, dass die Spielräume für Gestaltungsmöglichkeiten überaus groß sind und dass sehr viele von uns sich neben ihrem Studium in politischen, kulturellen und sozialen Projekten engagieren.
Innerhalb von Marburg ist das Bettenhaus mit anderen Wohnprojekten und mit der links-alternativen Kulturszene vernetzt. Bundesweit besteht eine Vernetzung und ein Erfahrungsaustausch mit selbstorganisierten Wohnprojekten.

Wie wir organisiert sind:
Die Organisation des Bettenhauses verläuft in den Strukturen eines Vereins – zu diesem Zweck wurde der „Verein zur Förderung studentischen Wohnens in Marburg e.V.“ in das Vereinsregister eingetragen. Wie in jedem Verein, so ist auch bei uns die Mitgliederversammlung das zentrale Organ, im Rahmen dessen alle Belange des Hauses diskutiert und wichtige Entscheidungen getroffen werden. Daneben gibt es einen gewählten Vorstand, der die tägliche Verwaltungsarbeit verrichtet. Der Verein, der durch den Vorstand repräsentiert wird, tritt als Vermieter auf. Die BewohnerInnen können dem Verein als Mitglied beitreten. Die Wohngemeinschaften organisieren ihre Gemeinschaftsaktivitäten und ihre Belegung jedoch autonom.

Wie wir leben wollen:
Um selbstbestimmtes und selbstverantwortliches Handeln zu stärken und um jeder Lage gerecht werden zu können, haben wir bewusst möglichst viel unreguliert gelassen, als wir ein Selbstverständnis für das Wohnprojekt erarbeitet haben. Das Selbstverständnis benennt die Werte, an denen wir uns orientieren, sowie die Verhaltensregeln, an die sich alle zu halten haben. Durch das Selbstverständnis wird die Basis für die Umsetzung sozialer Ansprüche geschaffen.